Östlicher Hausrotschwanz auf der Oie

Am 10.01.18 wurde auf der Greifswalder Oie bei einem Rundgang ein auffälliger Rotschwanz entdeckt. Das Aussehen des Vogels ähnelte wegen des ausgedehnt roten Bauches eher dem eines Garten-, als dem des hiesigen Hausrotschwanzes und auch die ungewöhnliche Jahreszeit ließen bei der Beobachterin sofort die Alarmglocken klingeln.

Hausrotschwänze überwintern regelmäßig in geringer Zahl in Deutschland, die Männchen haben aber einen dunkelgrauen Bauch. Gartenrotschwänze sollten sich spätestens ab Oktober auf dem Weg  in ihre Winterquartiere südlich der Sahara befinden, so ganz hätte das Aussehen des Vogels ohnehin nicht auf das eines männlichen Gartenrotschwanzes gepasst.

Schnell wurde zum Wohnhaus geeilt, um eine Kamera zur Anfertigung von Belegbildern zu holen. Denn bei dem Vogel handelte es sich wahrscheinlich um einen „Östlichen Hausrotschwanz“ (Phoenicurus ochruros phoenicuroides)!

Das Verbreitungsgebiet dieser östlichen Unterart des Hausrotschwanzes liegt in Zentralasien. Diese Unterart tritt in Deutschland äußerst selten auf. Ohne den Vogel von der Oie liegen fünf Beobachtungen möglicher östlicher Hausrotschwänze aus Deutschland vor.

Immer wieder treten jedoch auch Hybride aus Haus- und Gartenrotschwanz auf. Diese Vögel sehen den östlichen Hausrotschwänzen enorm ähnlich. Die für die finale Bestimmung nötigen Details am zusammengelegten Flügel lassen sich auf den Bildern nicht erkennen. Das jahreszeitliche Auftreten sowie einzelne Färbungsdetails „unseres“ Vogels sprechen jedoch recht klar für einen östlichen Hausrotschwanz.

Am 11.01. verlief die Nachsuche bei dickstem Nebel und Sichtweiten unter 500m erfolglos, am 12.01. wurde das Tier zuletzt beobachtet.

Bei Anerkennung durch die Deutsche Avifaunistische Kommission würde es sich hierbei also um den maximal 6. Deutschen Nachweis sowie den ersten Nachweis für die Insel und das Land Mecklenburg-Vorpommern handeln. Möglicherweise ist eine Anerkennung mit den vorliegenden Fotos jedoch leider nicht möglich.

 

Unterartstatus hin oder her, schön ist das Tier alle Male! Also: Immer die Augen offen halten, es gibt (fast) immer etwas zu sehen!


Fischotter auf der Greifswalder Oie

Seit einigen Jahren können im Herbst und Winter immer wieder Spuren von Fischottern (Lutra lutra) auf der Greifswalder Oie gefunden werden. In diesem Jahr gelang es erstmals, den seit Oktober anwesenden Otter vor die Linse zu bekommen. Über den Jahreswechsel 2016/2017 wurden an einem Strandabschnit Fotofallen aufgestellt, an dem regelmäßig frische Otterspuren im Sand zu finden sind. Dadurch konnten endlich einige Bilder sowie ein kurzes Video zur Dokumentation aufgenommen werden. Das Video findet Ihr auf unserer Facebook-Seite.


Deutscher Erstnachweis der Bergbraunelle auf der greifswalder Oie

© Jonas Buddemeier

Am 12.10.16 konnte auf der Greifswalder Oie eine Bergbraunelle (Prunella montanella) beobachtet werden. Am Folgetag wurden im Norden der Insel zeitgleich zwei weitere Individuen entdeckt, so dass sicher davon ausgegangen werden kann, dass sich am 13.10. drei Exemplare auf der Oie aufhielten.  Bei Anerkennung  durch die Deutsche Avifaunistische Kommission stellen diese Beobachtungen den ersten, zweiten und dritten Nachweis dieser Art in Deutschland dar!

 

Insbesondere der Vogel vom 12.10. ist wenig scheu und stationär im Bereich des Plattenweges zwischen den Schafkoppeln, wobei die Weidezäune als Sitzwarte dienen. Die Braunelle lässt sich mit der geringen Fluchtdistanz von etwa zehn Metern hervorragend bei der Nahrungssuche am Boden beobachten und fotografieren.

 

Das Brutgebiet dieser Art erstreckt sich vom westlichen Ural bis Nordsibirien, das Überwinterungsgebiet liegt in Südost-Asien. Momentan scheint ein Einflug dieser Art nach Europa statt zu finden – seit dem 04.10. gelangen Nachweise von Bergbraunellen in Schweden, Dänemark, Finnland, Großbritannien, Polen und auf der Greifswalder Oie.

 

Also: Augen auf, die Chance, eine Bergbraunelle in Deutschland zu entdecken, war wohl nie besser als in diesen Tagen!

 


Gleitaar und Alpenbraunelle – zwei Erstnachweise für die Greifswalder Oie

Unsere Mitarbeiter auf der Greifswalder Oie hatten in den letzten Tagen gleich doppeltes Glück. Mit einem Gleitaar am 22. April und einer Alpenbraunelle am 26. April gelangen innerhalb weniger Tage für die Insel gleich zwei Erstnachweise von Vögeln, die in (Nord-)Deutschland nur extrem selten anzutreffen sind. Weiterlesen


Start der Beringungssaison auf der Greifswalder Oie

Am 15. März startete die diesjährige Frühjahrssaison der Vogelberingung auf der Greifswalder Oie. Bis zum 09. Juni werden auf der Insel die Netze gespannt sein, um den Vogelzug näher zu erforschen. Mehrere Tausend Vögel werden in dieser Zeit gefangen, beringt und vermessen. Hierfür erhält der Verein Jordsand alljährlich Unterstützung von einer Vielzahl ehrenamtlicher Helfer. Das derzeit achtköpfige Team konnte am ersten Tag der Saison bereits 70 Vögel fangen. Kohlmeisen machten dabei die überwiegende Mehrzahl aus. Darunter sogar ein Vogel, der bereits einen Ring der niederländischen Beringungszentrale trug. Diese Meise muss also mehrere Hundert Kilometer westlich überwintert haben und ist nun auf dem Weg in ihr nord- oder osteuropäisches Brutgebiet. Dies wird aber sicher nicht der letzte interessante Fang in dieser Saison gewesen sein.


Kontakt

Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur e. V.

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