Paraffin im NAtionalpark  Hamburgisches Wattenmeer

 

Kleine Krümel und große Brocken Paraffin liegen seit vergangenem Samstag im Spülsaum der Inseln Neuwerk, Scharhörn und Nigehörn. Die weiß gelblichen Wachsklumpen sind chemischer Grundstoff, der zum Beispiel für Cremes und Salben verwendet und in Schiffstanks transportiert wird.

 

Das Reinigen eines Schiffstanks muss im Hafen nach der Entladung passieren, eine zweite Spülung darf jedoch außerhalb der Zwölf-Seemeilenzone -außerhalb der staatlichen Hoheitsgewässer- stattfinden. So gelangen immer wieder auch größere Mengen Paraffin ins Meer. Das Wachs kann von Seevögeln, wie dem Eissturmvogel, leicht mit Nahrung verwechselt werden. Sie verhungern auf diese Weise mit vollem Magen.

 

Anders als an den Stränden von Cuxhaven ist die Säuberung auf der Insel Neuwerk nach Saisonende schwieriger, es fehlt an Helfern und Gerätschaften. Mit Unterstützung der kleinen Inselschule sammelten zwei Jordsander per Hand den Neuwerker Spülsaum ab. Größere Brocken ließen sich gut aufsammeln, allerdings besteht die Masse der Verschmutzung aus kleineren Bröseln, die durch das letzte höhere Hochwasser nun vorwiegend im Gras des Vorlandes kleben.

 

Auf den Vogelschutzinseln Scharhörn und Nigehörn ist die Lage noch komplizierter. Als einziger Bewohner war Vogelwart Jan-Luca Roth mit Schaufel und Fischkisten auf ungefähr 4 km Strand zum Sammeln unterwegs. Ein Einsatz von freiwilligen Helfern ist schwer durchführbar, da in dieser Jahreszeit wegen der frühen Dämmerung und der Anreise durchs Watt keine ganzen Tage mehr für eine solche Aktion zur Verfügung stehen.

 

In Zusammenarbeit mit HPA und der Nationalpark-Verwaltung Hamburgisches Wattenmeer wird eine Strategie erarbeitet um das Paraffin effektiv zu entfernen.

 

Fotos: Imme Flegel, Jan-Luca Roth (Verein Jordsand)

 


Eine Ausstellung mit Bildern von Wilfried Dunckel im Nationalparkhaus auf Neuwerk

 Das Wattenmeer bildet das größte zusammenhängende Sand- und Schlickwattsystem der Welt, in dem dynamische Prozesse in einem weitgehend ungestörten Naturzustand ablaufen können. Weiterlesen...

Es erstreckt sich über 500 km entlang der niederländischen, deutschen und dänischen Küste. 2009 wurde das Wattenmeer aufgrund seiner globalen geologischen und ökologischen Bedeutung in die UNESCO Welterbeliste aufgenommen. Nirgendwo hat sich unter dem Einfluss der Gezeiten eine vielfältigere Landschaft entwickelt, die sich noch heute ständig verändert.

Das Wattenmeer stellt aber auch die Heimat unzähliger Menschen dar. Schon seit Jahrhunderten ist der Küstenstreifen der Nordsee besiedelt, etliche große Städte sind dort zu finden. Einer der Bewohner der Nordseeküste, Wilfried Dunckel, zeigt mit seinen Fotoaufnahmen seinen ganz persönlichen Blick auf diese einmalige Naturlandschaft.

Lange Zeit lebte Wilfried Dunckel in Hamburg, mittlerweile lebt und arbeitet er auf  Eiderstedt. Früh schon erkundete er mit dem Seekajak die Halligwelt im Wattenmeer und war begeistert von der Schönheit und Einzigartigkeit dieser Landschaft und der Menschen, die dort wohnen. Schon damals war die Kamera immer dabei. In den frühen Jahren noch mit der analogen, später dann mit der digitalen Kamera. Einige seiner schönsten Aufnahmen zeigt er nun im Nationalpark-Haus Neuwerk.

Die Ausstellung „...zu Hause im Weltnaturerbe Wattenmeer“ wird am Freitag, 30. März 2018 um 15.00 Uhr im Beisein des Künstlers eröffnet. Danach ist sie noch bis Ende Oktober täglich im Rahmen der Öffnungszeiten des Nationalpark-Hauses zu sehen.


Sturm „Herwart“ stürzt Wahrzeichen Neuwerks

Das Sturmtief „Herwart“, das am gestrigen Sonntag in Norddeutschland für eine Sturmflut und zahlreiche Sturmschäden sorgte, brachte eins der Neuwerker Wahrzeichen, die Nordbake, zum Einsturz.

„Herwart“ war der bisher dritte Herbststurm in diesem Jahr. Die Nordbake, eines der Wahrzeichen Neuwerks, hielt Sturmtief „Sebastian“ im September und Sturm „Xavier“ Anfang Oktober noch stand – allerdings mit bedenklicher Schieflage. Doch „Herwart“ brachte nun die angeschlagene Nordbake zu Fall.  Die Nordbake wurde im 17. Jahrhundert als Seezeichen errichtet. 

 

Gemeinsam mit einer Feuerblüse, deren Feuer sie bei einer bestimmten Position auf der Elbe verdunkelte, wies sie den Weg in das Fahrwasser Richtung Hamburg. Die Feuerblüse steht schon längst nicht mehr, übrig geblieben sind von den vielen Seezeichen rund um Neuwerk und Scharhörn nur noch der Turm auf Neuwerk, sowie die Ostbake und die Nordbake.

Abgesehen von dem kulturhistorischen Wert der Bake, bot sie seit etlichen Jahren einem Wanderfalken-Paar einen einzigartigen Brutplatz. Ungestört konnten sie dort über Jahre hinweg ihre Jungen groß ziehen. Lediglich zwei Mal am Tag fuhr das Fahrgastschiff „MS Flipper“ vorbei und brachte für den ein oder anderen ornithologisch Interessierten einen einmaligen Blick in die Kinderstube der Neuwerker Wanderfalken.

Wir hoffen sehr, dass das Wanderfalken-Paar einen alternativen Brutplatz auf Neuwerk findet und auch im kommenden Jahr für Nachwuchs sorgen wird.


Bild: MStock 

Kontakt

Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur e. V.

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