Pressemitteilung des Vereins zur Geflügelpest

Ahrensburg, den 28.04.2017

Zur Geflügelpest

 

Nach wie vor ist unklar, wie die hochpathogene Geflügelpest nach Deutschland gelangt ist. Die im vergangenen Winter grassierende aviäre Influenza (AI) ist laut dem deutschen Referenzlabor einer der größten dokumentierten Geflügelpestausbrüche in Europa. Die Tötung infizierten oder potentiell infizierten Geflügels und die Separierung gesunden Geflügels durch Aufstallung haben zu einer großen Belastung der Tiere wie auch der Geflügelhalter, der Verbraucher und Naturschützer geführt.

Auch der Verein Jordsand e.V. hatte im Oktober und November 2016 mehrere hundert tote Vögel, überwiegend Bergenten, an der vorpommerschen Küste eingesammelt.

 

Nach der ersten Feststellung der Geflügelpest im Oktober 2016 in Schleswig-Holstein ist der Virus unstrittig durch direkten und indirekten menschlichen Einfluss (Verschleppung durch kontaminierte Schuhe, Bekleidung, Fahrzeuge und ähnliches), aber auch durch infizierte Wildvögel weiterverbreitet worden.

 

Diskutiert werden die Einschleppung durch Zugvögel aus Ost-Asien und die Entstehung durch Mutation aus niedrigpathogenen Viren in Tierhaltungen. Zur ersten Hypothese ist festzuhalten, dass die bei uns durchziehenden Vögel nicht aus Ost-Asien stammen.

Zumindest die zweite Variante der Entstehung in Tierhaltungen und die anschließende Verschleppung durch Geflügel und Geflügelprodukte böte grundsätzlich die Möglichkeit, frühzeitig oder sogar präventiv einzugreifen.

Vor diesem Hintergrund hält der Verein Jordsand es für notwendig,

•  Transporte von Geflügel und Geflügelprodukten auch ohne aktuelles Geflügelpest-Geschehen stichprobenartig auf AI-Viren zu beproben, um die Möglichkeit des Ausbruchs aus Geflügelhaltungen zu verifizieren oder zu verwerfen,

•  zu Beginn einer erneuten Epidemie im Umfeld der ersten Fälle planvoll und intensiv nach möglichen Einträgen aus Geflügelhaltungen zu forschen. Dies gilt auch für Forschungen zum Impfschutz.

•  Zur Dokumentation und zum Verständnis des epidemiologischen Geschehens ist es erforderlich, betroffene Wildvögel bis zur Art zu bestimmen. Dies erfolgt z.Zt. durch die Veterinärbehörden nur teilweise. 

Hintergrund: Der Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur e.V., gegründet 1907 betreut seitdem zahlreiche Naturschutzgebiete an den Küsten von Nord- und Ostsee. www.Jordsand.de

Im Oktober und November 2016 haben unsere Mitarbeiter, insbesondere auf der Greifswalder Oie, einer Insel im Greifswalder Bodden, rund 400 angespülte tote Enten eingesammelt, die zur Überwinterung hierher gekommen waren.

 

 

 

Für Rückfragen steht Ihnen gern zur Verfügung:

Reinhard Schmidt-Moser, Laboer Weg 61, 24226 Heikendorf, Telefon: 0431 245384 oder 0152 32044712.

 

                                               

Verendete Wasservögel auf den Inseln Ruden und Greifswalder Oie

update 21.12.2016

Auf den vom Verein betreuten Inseln Ruden und Greifswalder Oie sind vor zwei Woche vermehrt tote Wasservögel gefunden worden. Inzwischen ist auf beiden Inseln ein deutlicher Rückgang neuer Todfunde zu verzeichnen, in der Regel werden auch nur noch Vögel angespült, die schon längere Zeit tot im Wasser trieben. 

In großen Zahlen wurden vor allem Bergenten, Silber - und Mantelmöwen gefunden. Wir gehen davon aus, dass sich die Großmöwen an den Kadavern verendeter Enten infiziert haben.

Die Artenliste der Totfunde weist für beide Inseln knapp 20 Arten mit 375 Vögeln aus. Singvögel sind bisher nicht betroffen.

Meldungen aus anderen vom Verein betreuten Gebieten liegen bisher nicht vor. 

 

Kontakt

Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur e. V.

Bornkampsweg 35

22926 Ahrensburg

Tel.: 04102 32656


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