Da bekanntlich Umweltschutz über alle Grenzen hinweg wichtig ist und betrieben werden muss, liegt es auf der Hand, wenigstens in der deutschen Hauptstadt eine Ortsgruppe zu haben. 2009 wurden alle damals ca. 100 Berliner Jordsand-Mitglieder (plus noch ca. 20 aus der näheren Umgebung in Brandenburg) kontaktiert und ein Viertel (25-30 Personen) schloss sich zu einer aktiven, interessierten Truppe zusammen, die sich seitdem in jeder Jahreszeit einmal zu Exkursionen (nicht zu Naturschutzeinsätzen und aus Entfernungsgründen auch nicht zum Besuchen der Jordsand-Schutzgebiete!) trifft. Unsere Gruppe hat sich natürlich über die Jahre auch immer wieder ein bisschen verändert; es kommen neue hinzu, teils auch nur Jordsand-Freund:innen, die nicht Mitglied sind, aber die Ortsgruppe gern mit ihrem Fachwissen bei Exkursionen unterstützen. Weitere Interessierte können sich bei Franziska Clauss melden.
Saisonbezogen wird mit einer Gruppe von meist 5-15 Menschen entweder ein Naturschutzgebiet erwandert oder etwas mit Naturbezug besichtigt. Seitdem die Gruppe kleiner wurde, machen wir oft etwas zusammen mit der NABU-Ortsgruppe Berlin-Spandau. Die meisten machen gern alles mit, aber einigen liegt nur die Naturbeobachtung am Herzen, anderen mehr das gesellschaftliche Klönen, weshalb manchmal eine Vorauswahl bei der Einladung stattfindet, damit die „Quasselstrippen“ nicht die „Stilleornis“ stören. 2010 und 2011 sind sogar einige in einer Fahrgemeinschaft zur Greifswalder Oie gefahren. Und jedes Jahr läuft unter dem Vereinsnamen eine Veranstaltung beim „Langen Tag der Stadtnatur“, meist eine Kombination aus erst Vogel- und dann Fledermausbeobachtung.
Hier nur ein paar Beispiele solcher Expert:innen-Exkursionen: Prof. Dr. Brehme führte uns als Naturschutzwacht-Beauftragter für die Karower Teiche, PD Dr. Frieder Mayer (früher Jordsand-Zivi) als Kustode der Säugetiersammlung im Museum für Naturkunde, Uwe Dommaschk, der als Gartenbauingenieur in den Gärten der Potsdamer Schlösser zuhause ist und dort viele Schlupfwinkel seltener Arten kennt, Sevgi Orlay Emre war mit uns als Tierpark-Scout in Friedreichsfelde unterwegs, Dr. med. vet. Klaus-Peter Erichsen (langjähriger Hauke-Haien-Koog-Referent), der uns in der Domäne Dahlem („Vorzeige“-Bauernhof mit großem Gelände) in die Kunde seltener Haustierrassen und die Wichtigkeit (auch für den Naturschutz!) von deren Erhaltung einführte und Marian Przybilka, der im Berliner Norden die Waldjugend leitete (und inzwischen leider verstorben ist), gab uns eine naturkundlich wie geschichtlich hochinteressante Führung auf dem ehemaligen Grenzstreifen im Norden Berlins incl. Besichtigung eines alten Grenz-Kommandozentraleturms mit Bunkeranlagen. Wir waren mit einem Wolfexperten im Wolfsrevier Luckenwalde und machten mal eine Kahnfahrt zum Kranicheinflug in Linum und besuchten eine Filmtierschule. Franziska Clauss ist seit 2007 als Biologin und freie Dozentin im Berliner Naturkundemuseum „zuhause“ und konnte dort noch weitere kostenlose Führungen mit Blick hinter die Kulissen oder Workshops organisieren, was über etliche Schlechtwetter-Wintertermine half. Aber auch das Potsdamer Naturkundemuseum ist immer ein guter Anlaufort, da dort die heimische Tierwelt gezeigt und erklärt wird. Im Dezember 2025 haben wir dann mal ein lustiges Theaterstück angesehen ("Komische Vögel"), bei dem Ornithologen sehr amüsant überzeichnet dargestellt wurden; einige von uns erkannten sich wieder...
Draußen haben wir auch Gegenden weiter weg besucht wie den Gülper See, das Nuthe-Nieplitz-Tal, die "Berger Rinne" bei Nauen, die Trappenbalz bei Nennhausen mit Vortrag in der Vogelschutzwarte Buckow u.v.m.; oftmals schließt es ein gemeinsames Picknick oder Essen mit ein. Viele unserer Ortsgruppenmitglieder sind auch in anderen Natur(schutz)gruppen aktiv und kennen wiederum Fachleute, so sind wir uns gegenseitig "Lehrer:in" und "Schüler:in". Weil wir Hobby-Ornithologen u. a. Biolog:innen, Tierärzt:innen, Landschaftsökolog:innen, Jäger:innen und Imker:innen in unseren Reihen haben, gibt es immer etwas Neues zu entdecken. Häufig ist auch der Museumskollege Oskar Neumann mit von der Partie, in doppelter Hinsicht ein wahrer „Schatz“, da er Berlin, seine Natur und vor allem die Vogelwelt der Stadt in- und auswendig kennt; ein echter Heim(at)vorteil. Manchmal gehen wir zu bekannten Orten in und um Berlins vielfältige Natur, auch immer wieder nach Linum zu den Kranichen oder Störchen, aber auch manchmal zu Stellen, wo man „als Normalmensch“ sonst nicht so leicht hinkommt, wie die Insel Scharfenberg im Tegeler See. Oder wir besuchen etwas Historisches wie die Grabstätten berühmter Menschen auf dem Alten St. Matthäus-Friedhof, der zudem sehr naturnah angelegt ist (u.a. Gebrüder Grimm oder „unser“ Paul Parey; unsere Führung wurde ausgearbeitet vom Lehrer, Historiker und Jordsand-Mitglied Wolfgang Zierau, der auch häufig das Jordsand-Gebiet Schleimündung betreute). Und immer wird wehmütig in Erinnerungen von den Schutzgebieten an den Küsten geschwelgt, denn fast alle sind irgendwo schon einmal in Vereinsreservaten gewesen, waren begeistert und sind deshalb in den Verein eingetreten.
Wer Lust hat mitzumachen, ist herzlich willkommen, auch Gäste (Interessierte, Noch-nicht-Mitglieder, Nicht-mehr-Mitglieder, Freund:innen und Bekannte von Mitgliedern) oder auch wer Mut-Zusprechen braucht, um selber eine Ortsgruppe anderswo ins Leben zu rufen.
Kontakt:
Ortsgruppe Berlin, Ansprechpartnerin: Franziska Clauss
Telefon (nach Absprache per SMS oder WhatsApp):
0160 9667 1673
E-Mail: [email protected]
Ortsgruppe Berlin, Ansprechpartnerin: Franziska Clauss
Telefon (nach Absprache per SMS oder WhatsApp):
0160 9667 1673
E-Mail: [email protected]
